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12. Januar 2012
Zürichsee Zeitung
Schostakowitschs Achte - eine Wucht

Metallische Schärfe, wunderbare Soli, herrliche Balance

Tonhalle Zürich: Schostakowitschs Achte – eine Wucht
ZÜRICH. Metallische Schärfe, wunderbare Soli, herrliche Balance: David Zinman und das Tonhalle-Orchester interpretieren Haydn und Schostakowitsch.

SIBYLLE EHRISMANN
.... Schostakowitschs Achte ist aber auch eine wuchtig desaströse Sinfonie, 1943 komponiert, kurz nach dem Sieg der Russen über die Deutschen in Stalingrad. Man hört die Gräuel der Schlacht ungeschminkt: schmerzliche Engführung des Klangs, gleissende Schärfe, Salvengetöse, Kanonendonner, Explosionen – und das alles riesig be- setzt, mit grosser Blechbläser-Batterie und wuchtigem Schlagwerk. Die Sinfonie wirkt wie eine riesige Depression.
Grossartig gleissende Streicher
Allein der erste der fünf Sätze dauert rund 20 Minuten und breitet sich wie ein grosses Adagio aus. In dessen Mitte wird das Tempo beschleunigt, womit auch der Charakter der Musik wechselt. Es entwickelt sich ein aggressiv bohrender Marsch in schmerzlich hoher Lage – sagenhaft, wie die gleissenden Streicher im Orchester dies in metallische Schärfe verwandelten. In den eher verhaltenen, zurückhaltenden Passagen werden die «einsamen» Bläser eingesetzt. Sie wirken wie verloren in dieser sonst geballten Klanggewalt. Da gab es wunderbare Soli zu hören von den Tonhalle-Bläsern, resignierte, hoch musikalische, tröstliche Melodien. Grossartig der «heitere» Fagott-Einsatz zu Beginn des Finales, angeführt von Matthias Rácz. David Zinman konnte sich an diesem Abend auf «seine» Musiker verlassen.

So auch in der den Abend eröffnen- den «Sinfonia concertante» B-Dur Hob. 105, welche Haydn für Violine, Violoncello, Oboe, Fagott und Orches- ter komponierte. Die vier Solisten An- dreas Janke (1. Konzertmeister), Benja- min Nyffenegger (Violoncello), Isaac Duarte (Oboe) und Matthias Rácz (Fagott) fanden zu einer herrlichen Balance zwischen kammermusikalischem Zusammenspiel und solistischem Her- vortreten, auch wurde risikofreudig musiziert. Einzig Nyffenegger offen- barte im technisch sehr schwierigen Cellopart in der hohen Lage deutlich wahrnehmbare Unsauberkeiten.


(Wohl wahr, die zweite Aufführung war aber deutlich besser :-D )

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