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7. August 2012
Schweriner Volkszeitung(Norddeutsche Neueste Nachrichten)
Gipfel von Klangdichte und Intensität



Seit 15 Jahren ist die Geigerin Julia Fischer Preisträgerin der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und dort in jeder Saison als Solistin, oft auch als Mitwirkende bei den Kammermusikfesten zu hören. Man konnte im Verlauf dieser Jahre ihre Weltkarriere und ihren Reifeprozess als Geigerin bei den Festspielen jedes Jahr gut verfolgen.

In diesem Jahr hat sie ihrer musikalischen Entwicklung einen ganz neuen Stein hinzugefügt: Sie hat gemeinsam mit drei Musikern, die sie hoch schätzt und mit denen sie bereits kammermusikalisch zusammengearbeitet hat, ein eigenes Streichquartett gegründet. Im Mai diesen Jahres begann die gemeinsame Arbeit für eine erste Tournee mit neun Konzerten. Zwischen Menuhin Festival, Moselfestwochen, Audi Sommerkonzerten und Abschluss in Kopenhagen trat das Julia Fischer Quartett am Sonntagabend bei den Festspielen in der Heiligen-Geist-Kirche zu Wismar auf.

Es ist ein Quartett von Solisten. Neben Julia Fischer haben der britische Geiger Alexander Sitkovetsky, der Bratscher Nils Mönkemeyer und der Züricher Cellist Benjamin Nyffenegger jeweils unverwechselbar eigenen Charakter in Spiel und Gestaltung. Dadurch bekommt jede Quartettstimme neben dem unterschiedlichen Klangcharakter der Instrumente mit dem solistischen Geist der Spieler eine zusätzliche Individualisierung, die jedoch geeint wird durch deren konsequenten Ensemblesinn. Kein Wunder, dass auf dem ersten Programmzettel des Quartetts drei Werke standen, in denen eine besondere Leidenschaftlichkeit, ein appassionato und agitato wirkt.

Das Presto-Menuet in Haydns letztem Streichquartett F-Dur wie auch das Scherzo in Mendelssohns Quartett Nr. 4 in e-Moll sind Beispiele für die Atmosphäre von Humor und Freude am musikalischen Spiel zwischen den vieren, auch für die überragende Virtuosität im Umgang mit den wechselnden Betonungen, der Dynamik und Stimmführung. In Franz Schuberts berühmtem d-Moll-Quartett "Der Tod und das Mädchen" schließlich kulminierte die Kraft der Entwicklung, die Verdichtung von Spannungen, das gegenseitige Hochtreiben auf Gipfel von Klangdichte und Bewegungsintensität. Dabei integriert sich die Primaria vollkommen in ihr Ensemble, gibt Impulse und lässt sich mitreißen. Es entstand ein Musizieren voller Vitalität und gemeinsamer Leidenschaft, vom Publikum begeistert bejubelt.

Michael Baumgartl

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