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18. Juni 2011
Westfälische Nachrichten
Da wird die Violine wild



Da wird die Violine wild

Steinfurt - Zappa im Bagno? Bei dem Stichwort läuft vorm inneren Auge ein bizarrer Film ab, in dem die abgedrehten Kompositionen des vielseitigen Rockmusikers Frank Zappa die ehrwürdigen Barockmauern erbeben lassen. Nun, so weit kam es am Samstag zwar doch nicht, aber am Ende eines großartigen Konzerts standen jubelnder Beifall und die Gewissheit: Es gibt noch andere tolle Musiker namens Zappa.

Der Name stand auch hier für Vielseitigkeit, Lust am Experiment und explosives Spiel. Federführend am Bogen war die Geigerin Daria Zappa, ihr angekündigter Bruder Mattia fieberte jedoch daheim Vaterfreuden entgegen und wurde von dem famosen Cellisten Benjamin Nyffenegger vertreten. Dritter im Bunde: Der auch in Münster wohlbekannte Akkordeon-Virtuose Piotr Rangno. Mochten auch vier Scarlatti-Sonaten anfangs mit barocken Trillern zirpen - danach hatte gleich ein Zeitgenosse das Wort: Miquel Garcia Lorca. Der Komponist (Jahrgang 1964) schrieb „Coplas de Piconera y Relicario“ im letzten Jahr für Rangno und das Duo Zappa. Vielschichtige Moderne, die von Liebe und Tod erzählt, sich in traurigen Flamenco-Anklängen verströmt und am Ende eine blutige Duell-Szene imaginiert. Da tönt das Akkordeon (Bajan) wie eine Windmaschine, da malen Streicher-Glissandi flirrende Hitze und am Ende muss Rangno wie ein Tänzer mit den Absätzen stampfen.

Wahre Wechselbäder: Nyffeneggers Vibrato verströmt religiöses Cello-Pathos (Ernest Blochs „Prayer“), und Daria Zappas wilde Violine spielt wie zu einer jüdischen Hochzeit auf.

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