home
EinstiegsseiteAktuellesVitaEnsemblesKonzerteProjektePresseRepertoireDownloadsLinksKontaktD
Pressestimmen

« zurück

31. März 2011
Migros Zeitung
Spielen für den inneren Frieden



Spielen für den inneren Frieden

Magazin, Mathias Haehl

Die Migros-Kulturprozent-Classics brachten eine der versiertesten Geigerinnen für vier Konzerte in die Schweiz: Die 27-jährige Julia Fischer aus München duettierte mit dem Schweizer Cellotalent Benjamin Nyffenegger und leitete gleichzeitig die Academy of St. Martin in the Fields. Wunderbar, wie sie zudem die Emotionen wechselte....

...Dabei fühle sie sich gar nicht als Dirigentin, schliesslich fehle ihr dazu die Ausbildung, erklärt Julia Fischer. «Aber mit diesem Orchester in dieser Grösse traue ich mir das zu.» Und so tritt sie einmal im Jahr an, ein Kammerorchester zu leiten und dabei gleich noch die erste Geige zu spielen. Das tut sie dann mit reinstem Ton, mit ganz wenig Vibrato – und mit ganz viel Gefühl. So schält sie mal die Verträumtheit eines Tschaikowski oder das Temperament eines Händl im Duo mit Benjamin Nyffenegger heraus.

Spielerisches Messen wie im Jazz

Überhaupt war das spielerische Messen mit dem Zürcher Violoncellisten (geboren 1984) kurz vor der Pause wunderbar, fast schon improvisiert. So hört man das in der Klassikwelt eher selten, dafür gibt’s das musizierende Wetteifern im Jazz oft zu hören. So wurde Julia Fischer mit diesem Programm zu einer Art Grenzgängerin, die sich um Gesetze foutiert. Und die dann die Zugabe gar mit einem spitzbübischen Lächeln gleich selbst ansagt.

Wie erklärte sie doch in einem Interview: «Ich spiele gerne mit vollem Risiko und habe auch keine Angst vor einer falschen Note.» Denn Perfektion ist nicht ihr Ziel. «Ich stehe nicht auf der Bühne mit dem Anspruch, perfekt zu spielen. Ich kann nur versuchen, dem Komponisten, dessen Werk ich interpretiere, mit meinen bescheidenen Möglichkeiten gerecht zu werden.» Das mit der Bescheidenheit mag vielleicht Koketterie sein. Julia Fischers Ziele sind aber hehr: Emotion, Empathie und innerer Frieden. Was in ihrem Konzert zu spüren war.

« zurück