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Pressestimmen

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13. August 2009
Engadinerpost Nr. 93
Zuozer Sommerkonzerte

Klangzauber mit romantischer Kammermusik

Im Rahmen der "Freunde von San Luzi" fand letzten Donnerstag das zweite Zuozer Sommerkonzert statt. Sieben hochkarätige Musikerinnen und Musiker boten ein romantisches Programm in tadelloser Interpretation.

Gerhard Franz

Die Cellisten sind dankbar für die Sonate a-moll von Edvard Grieg, bietet sie doch fast unbegrenzte virtuose und klangliche Entfaltung.

Benjamin Nyffenegger nutzte alle Möglichkeiten seines wohlklingenden Instrumentes aus. Der erste Satz, mal besinnlich, mal leidenschaftlich, sprühte vor unbändiger Musizierlust. Herrlich auch die feinsinnigen Kantilenen im zweiten und die volksmusikhaften Melodien mit ausdrucksvollem Mittelteil im dritten Satz. Oliver Schnyder war nicht nur der präsente Klavierbegleiter; mit seinem mal verspielten, mal zupackenden Spiel zog er alle Register des Yamaha Flügels auf eindrückliche Art.

Johannes Brahms wurde genau wie Edvard Grieg 64 Jahre alt. Sein erstes Streichsextett B-Dur schrieb er 26-jährig als noch ziemlich unbekannter Komponist. Man spürt, wie er sich an seinen eigenen Stil herantastet. So wirkt diese Musik ungemein ursprünglich, frei von Routine. Die sechs Streicher: Andreas und Juki Janke, Violinen, Lech Uszynski und Johannes Gürth, Viola, sowie Benjamin und Anna Tyka Nyffenegger, Cello, blieben der romantischen Gefühlswelt von Brahms nichts schuldig. Da wurde aufeinander gehört, jede Phrasierung abgestimmt und mit Kraft und klanglicher Souplesse musiziert, dass es eine Freude war. Immer wieder eindrücklich, wie sie die ruhigen Phasen behutsam ausspielten, um mit frischem Elan die vorwärtsdrängenden Abschnitte anzugehen. So wurde hin und wieder die Grenze der Klanglichkeit erreicht, was die Brillanz der sechs Streicher unterstreicht.
Eigentlich keine Zugabe, sondern eine tolle Ergänzung des romantischen Abends: das Intermezzo aus der Oper "Capriccio" von Richard Strauss, 1942 in München uraufgeführt.Die Cellistin und die Geigerin spielten ihre Soli ganz bezaubernd. Überhaupt ist diese Musik eine wundervolle Bestätigung, wie genial Strauss auch mit der Instrumentierung umging.

Viel Beifall für ein gehaltvolles, ungemein frisch musiziertes Konzert mit hervorragenden Künstlern.

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