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11. November 2008
Limmattaler Tagblatt / MLZ, Kulturbeilage
Ein romantischer Abend

Die Bläsersolisten Aargau überraschten am Sonntag in Aarau mit Kammermusik von Hummel und Dvorak.

Ein romantischer Abend

Michael Heisch

Stehen Johann N. Hummel (1778›1837) oder Antonin Dvorak (1841›1904) auf dem Programm, kann dies helles Entzücken oder zunächst nur abwartende Skepsis hervorrufen. Denn der Verdacht des süsslichen Kitsches liegt nahe, gerade auch dann, wenn die Sehnsucht nach Natur und Weite zum Inhalt gemacht wird.

Nicht enttäuscht wurde man aber am vergangenen Sonntagabend im Kultur- und Kongresshaus in Aarau. Die Bläsersolisten Aargau und der Solist Benjamin Nyffenegger luden mit dem Programm «Romantisches von Bläsern mit Cello» in eine spannungsreiche Musikwelt der Früh- bis Spätromantik ein. Die mit viel Frische und Spielwitz gespielten Stücke fegten in diesem einstündigen Konzertvergnügen jegliche Zweifel im Nu weg.

Gerade in Dvoraks beiden Konzertstücken Rondo g-moll op. 94 und Romanze f-moll op. 11 vermochte vor allem der junge Cellist Benjamin Nyffenegger das Publikum zu fesseln. Andreas Tarkmann (*1956) hat zwei selten aufgeführte Stücke für jenes Soloinstrument und klassisches Bläseroktett bearbeitet (das Original ist ursprünglich für Violoncello und Kammerorchester). Diese fein durchdachte Bearbeitung des deutschen Arrangeurs erwies sich für den 24-Jährigen als ideale Plattform, um eingängige Melodik und gleichsam hohe Virtuosität atemberaubend zu verschmelzen. Flink schnellten die Celloläufe in kristallklare Höhen, derweil das Bläserensemble transparent und sicher unterstützte und so dem Solisten genügend schöpferischen Freiraum bot. Auch die anderen beiden zuvor gespielten Werke verlangten nach besonderer Aufmerksamkeit. Etwa die aus vier Sätzen bestehende Serenade op. 43 B-Dur von Emil Hartmann (1836›1898). Sie erwies sich als reich an musikalischen Ideen und intensiven Ausdrucksformen. Und Hummels Oktett-Partita Es-Dur zu Konzertbeginn leuchtete in einer unbeschwerten Leichtigkeit, darunter Kontrabassist Moritz Baltzer ein sicheres Fundament setzte. Ein «romantischer Abend» wurde mit grossem Engagement so verbindlich wie nur möglich dargestellt.

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