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5. Februar 2008
Appenzellerzeitung
Mit Elan musiziert

Das Trio Elegiaque spielte Kompositionen von W.A.Mozart und J.Brahms

Wolfhalden: Die Sonntags-Matinée des Elégiaque-Klaviertrios, das im Rahmen der Konzertreihe "Appenzeller-Winter" im Saal des Oberstufen-Schulhauses in Wolfhalden konzertierte, war für Freunde klangschöner klasssischer Kammermusik ein Genuss.

FERDINAND ORTNER

Es war eine gute Idee der Veranstalter, das ambitionierte junge Trio, dem eine vielversprechende Karriere vorausgesagt wird, zu engagieren. Das Ensemble nützte die Chance und überzeugte voll, obwohl der erkrankte Cellist des Trios, Sebastian Uszynski,kurzfristig ersetz werden musste.

Bemerkenswert,wie gut sich sein Schweizer Kollege Benjamin Nyffenegger in das Ensemblespiel mit der polnischen Pianistin Joanna Stanek und deren Landsmann Lech Antonio Uszynski (Violine) einfügte. Nyffenegger war mit seiner Musikalität und dem modulationsfähigen weichen Ton mehr als ein vollwertiger Ersatz.

Das Trio musizierte mit Elan und Hingabe, erfreute mit jugendlichem Feuer und Spielkultur. Subtiler musikalischer Ausdruck, rhytmische Präzision und homogenes Zusammenspiel sind Markenzeichen des Ensembles.
Die Führungsrolle hatte partiturgemäss die Pianistin, die sich durch dezentes Spiel (weicher Anschlag) und fein differenzierten Vortrag auszeichnete. Sie hielt die Fäden in der Hand und setzte bei den Interpretationen wesentliche Akzente. Der Geiger Lech Antonio Uszynski beeindruckte mit seelenvollem schönem Ton und gestaltete die Kantilenen sehr lebendig.

REIZVOLLE FARBTUPFER

Das Konzertprogramm umfasste bekannte Klaviertrios von Mozart und Brahms sowie-als reizvolle "Farbtupfer"-drei heitere Stücke des zeitgenössischen russischen Komponisten Rodion Shchedrin. Bei den klassischen Werken dominierte in einer romantischen Gefühlswelt edler Wohlklang. Zu Beginn erlebten die Zuhörer das Mozart-Klaviertrio in B-Dur KV 502, als kostbares Juwel lieblicher höfischer Musik. Perlende Läufe, ausdrucksvolle Kantilenen und reizende Dialoge prägten die drei abwechslungsreichen Sätze.
Beim "Allegro"-Kopfsatz liess das vorwärtsstrebende, motivisch prägnante Hauptthema aufhorchen. Das "Larghetto" schwelgte in sehnsuchtsvollem Melos. Sehr transparent uns schwungvoll gelang der virtuose Finalsatz.

HEITERE STÜCKE

Einen humorvollen Kontrast bildeten dann die drei "Heiteren Stücke für Klaviertrio" von Rodion Shchedrin, musikalisch eigenwillige Skizzen und skurrile Dialoge; "Musik zum Lachen": Burlesken, Humoresken und Parodien italienischer Opernmelodien.
Hauptwerk und Krönung des Konzertes war das hochromantische Klaviertrio Nr. 1 in H-Dur op 8 von J. Brahms, in der zweiten Fassung von 1889. Die Zuhörer erlebten eine begeisternde Interpretation der gefühlsbeladenen Melodik mit ihren träumerischen Kantilenen, leidenschaftlichen Gefühlsausbrüchen und betörenden Klangwirkungen.
Joanna Stanek meisterte das virtuose Figurenwerk mit Emfindsamkeit und exzellenter Technik. Die Streicher korrespondierten im Ensemble optimal und zündeten solistische Glanzlichter an. Im Kopfsatz ("Allegro con brio") wurde das ungemein liedhafte Hauptthema gefühlvoll präsentiert und der lyrische Grundton und die harmonischen Klangflächen hervorgehoben. Vom beschwingten Rhytmus, von süssem Klang und betörend schönen Melodien lebte das effektvolle "Scherzo". Sehr subtil gestaltet erklangen die Dialoge zwischen Klavier und Streichern sowie die Lyrischen Passagen im träumerischen "Adagio". Im spannungsvollen Finale gipfelte das klangintensive Wechselspiel zwischen balladeskem Hauptthema und pathetischem Seitenthema in einer stürmischen Apotheose.

Mit der Zugabe des romantischen Piazolla-Opus "Oblivion" bedankte sich das Trio Elégiaque für die Ovationen.

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