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31. August 2007
Aargauer Zeitung Kulturbeilage
Ein Traumprogramm mit einem Traumduo

musikalische begegnungen lenzburg Der Cellist und Pro-Argovia-Artist 07/08 Benjamin Nyffenegger und die Pianistin Mariko Takahashi sorgten mit Beethoven, Brahms und Prokofjew für einen Höhepunkt.

elisabeth feller

Wer eine Carte blanche bekommt, lässt Träume wahr werden. Er darf ein Wunschprogramm zusammenstellen, das sich keinen Deut um ein Motto scheren muss. Er kann ein solches aber auch aufgreifen: Der Cellist Benjamin Nyffenegger und die Pianistin Mariko Takahashi tun es und locken so das Publikum auf entlegenere musikalische Pfade › etwa zu Beethovens «7 Variationen über das Thema ‹Bei Männern, welche Liebe fühlen›».

Beider Wahl passt vorzüglich zum Thema «Sieben» der diesjährigen Musikalischen Begegnungen Lenzburg (MBL). Diese Zahl regt(e) nicht allein die Produzenten des Geheimagenten 007, James Bond, sondern bereits Beethoven zu Gedankenspielen an. Man mag indes noch so viele Mutmassungen über die Sieben anstellen › was bei den MBL zählt, ist einzig das musikalische Ergebnis. Dieses fällt nicht allein bei Beethovens «7 Variationen» überzeugend, ja superb aus, sondern auch bei Prokofjews ungestümer Sonate C-Dur op. 119 und Brahms’ Sonate e-Moll op. 38. Superb vor allem deswegen, weil das Duo Nyffenegger/Takahashi zu einer Einheit verschmilzt, ohne dass die beiden Beteiligten je ihre eigene Stimme aufgäben. Dabei glücken dem Duo drei unterschiedlich facettierte «Charakterporträts». Bei Beethoven nimmt eine stupende Leichtigkeit gefangen, die mit «hingetupften» Tönen die heiter-gelös- te Stimmung dieses Werks wunderbar trifft. Nyffeneggers ebenso rundem wie kernigem Klang kommt Taka- hashis das sonore Cello aber nie zudeckender Klang zupass.

Als Glanzstück erweist sich diesbezüglich die Brahms-Sonate, die in ihrer Klanglichkeit die Möglichkeiten der beiden Instrumente voll ausreizt. Gespielt vom Duo Nyffenegger/Takahashi bleibt die Transparenz aber in jedem Augenblick gewahrt. Wie bei Beethoven nehmen auch bei Brahms die dynamischen Schattierungen sowie die winzigen, aus dem kreativen Moment schöpfenden Temporückungen gefangen. So sehr, dass die Brahms-Sonate in der Lesart von Cellist und Pianistin zur tief empfundenen, Elegie und Dramatik mühelos vereinenden Musik wird. Ihr bei allem virtuosen Furor uneitles Musizieren ist von bezwingender Aussagekraft. Wie sehr erweist sich auch an der Prokofjew-Sonate mit ihren attackierenden Momenten. Beidseits wird heftig zugelangt. Schön, dass es aber nicht zu einem schieren Kraftakt, sondern zu einem partnerschaftlichen Miteinander kommt. Was will man am Ende eines solches Konzertes am liebsten sagen? «Verweile doch, du bist so schön.»

www.mbl-lenzburg.ch

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