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22. Februar 2007
Neue Zürcher Zeitung
Preisträgerensemble

Junges Klaviertrio im

Die drei Musiker sind zwischen 23 und 26 Jahren alt, haben an verschiedenen schweizerischen Musikhochschulen studiert und stammen aus der Ukraine und der Schweiz. Was die Pianistin Iryna Krasnovska, den Geiger Alexander Grytsayenko und den Cellisten Benjamin Nyffenegger zusammengeführt hat, ist je ein erster Preis beim Rahn-Musikwettbewerb, den der in Zürich ansässigeRahn-Kulturfonds seit 30 Jahren durchführt.
Gestern ist das Trio, das (noch) keinen Namen hat, im Kulturhaus Helferei im Rahmen der Konzertreihe«Geheimtipp am Mittag» aufgetreten.

Spannende Ausgangslage

Auf dem Programm stand einzig das Klaviertrio in h-Moll op. 8 von Johannes
Brahms. Die jungen Musiker spielten aber nicht die episch breite Originalfassung des zwanzigjährigen, in Clara Schumann ver-
liebten Komponisten, sondern die stark überarbeitete und gestraffte Altersversion
aus dem Jahr 1889. Eine spannende Ausgangslage also für die Interpretation.
Es zeigte sich aber schnell, dass die Musiker mit ihrer kraftvollen und leidenschaftlichen
Deutung mehr den jungen als den späten Brahms meinten.

Der erste Satz bewegte sich in der Lautstärke häufig an der obersten Grenze; etwas vorsichtigere Dosierung hätte da nicht geschadet, nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Akustik des Saals. Die Tücken der anspruchs- vollen Komposition zeigten sich vor allem in den beiden Mittelsätzen. Die leise dahin-
galoppierenden Figuren zu Beginn des Scherzos etwa wiesen wenig Raffinement auf und kamen zu behäbig daher. Die Kantilenen des Mittelteils dagegen gelangen dann in allen Instrumenten wunderbar.

Glühende Wiedergabe im Schlusssatz

Die grösste Herausforderung stellen die Rahmenteile des Adagios dar. Bei dem
langsamen Tempo, das die Interpreten wählten, gelang es ihnen nur bedingt,
die Spannung der grossen Bögen aufrechtzuerhalten. Kam dann im Mittelteil
etwas Bewegung dazu, stellte sich ein beseeltes Musizieren ein. Im Schlusssatz schwang sich das Trio nochmals zu einer glühenden Wiedergabe auf. Einen besonderen Reiz des Konzerts boten die unterschiedlichen
Charakterzüge der drei Musiker: Der eher introvertierte Geiger, die hellwache Pianistin und der kommunikative Cellist hätten die Qualitäten, sich zu einem ständigen Ensemble zusammenzuschliessen.

Thomas Schacher

Zürich, Kulturhaus Helferei, 22. Februar


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