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5. Januar 2006
Aargauer Zeitung, Kulturbeilage Live
Ich stütze meine Interpretationen nicht auf Aufnahmen

Jugendsinfonieorchester Aargau gibt zwei grosse Klassiker

Mit FelixMendelssohns " Italienischer Sinfonie " und Haydn`s D-Dur Cellokonzert studieren avancierte Freizeitmusiker zwischen 17 und 26 Jahren zwei grosse Werke der Orchestermusik ein. Der 21-jährige Aargauer Cellist Benjamin Nyffenegger ist Solist im zweiten Programm des Jugendsinfonieorchesters Aargau (JSAG) im Künstlerhaus Boswil.

Benjamin Nyffenegger, warum spielen Sie als Solist mit dem JSAG Haydn?

Benjamin Nyffenegger: Die Idee kam vom Dirigenten Moritz Baltzer, der sich fast nicht getraute zu fragen, ob ich ein so bekanntes Werk wie das zweite Haydn-Cellokonzert einstudieren möchte. Doch das D-Dur Konzert wird öfter für Aufnahmen eingespielt als aufgeführt. Nur schon deshalb ist das ein lohnenswertes Unterfangen.

Welche eigenen neuen Akzente werden Sie bei einem viel eingespielten Konzert setzen?

B.N. Das ist im Moment schwierig zu sagen.Ich stütze meine Interpretationen nicht auf Aufnahmen. Es wird sicher keine historisch authentische Aufführung,denn ich spiele auf meinem modernen Cello.Mit einigen romantisierenden Ansätzen ist zu rechnen,vor allem im zweiten Satz. Neu wird es auf jeden Fall, weil ich dieses Konzert zum ersten Mal mit Orchester spiele.

Diese Saison sind Sie als junger Praktikant beim Zürcher Tonhalleorchester engagiert.Welche Bedeutung hat das Mitwirken beim JSAG für Ihre Karriere?


BN:
Es ist überhaupt grossartig, als Solist wirken zu können. Darüber hinaus empfinde ich es als äusserst reizvoll, im eigenen Kanton zu spielen, und die Zusammenarbeit mit Moritz Baltzer schätze ich sehr. Natürlich hat das Einstudieren eines solch wichtigen Werks auch einen bedeutenden Erfahrungswert.

Sie haben einmal gesagt, dass ein Orchesterplatz genau so wertvoll sei wie solistische Auftritte. Ist es nicht schöner, als Solist im Mittelpunkt zu stehen?

BN: Es ist einfach etwas anderes. Es ist wahnsinnig schön, im Orchesterapparat mitzuspielen, gerade weil die Literatur auch unterschiedlich ist. Bei einer Bruckner-Sinfonie oder bei Beethovens Neunter mit dabei zu sein, wie ich jetzt gerade im Tonhalleorchester, ist grossartig. Ausserdem kann man von den verschiedenen Dirigenten viel lernen.

Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Gleichaltrigen im Unterschied zu gestandenen Orchestermusikern?

BN: Mit gestandenen Orchestermusikern kann man als junger Solist sicher weniger die Initiative ergreifen, und man hält sich mehr zurück. Es ist sicher lockerer mit Jugendlichen. Es macht auch Spass, mit Gleichaltrigen zusammenzuarbeiten, bei denen wie bei den JSAG-Musikern die Musik nicht Beruf, sondern Freizeit ist. Die Spielfreude bei den Jugendorchestern ist zwar nicht unbedingt grösser als bei den Profi-Orchestern, aber sicher eine Unbeschwertere.


Interview: Dominik Schnetzer

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