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14. Januar 2004
Aargauer Zeitung
Verheiratet mit meinem Cello

Portrait: Benjamin Nyffenegger, Cellist, macht keine halben Sachen

Benjamin Nyffenegger aus Unterkulm hat sich der Musik verschrieben. Er studiert an der Musikhochschule Zürich Cello und durfte dieses Jahr am International Aspen Music Festival teilnehmen.

Er ist mit seinen 19 Jahren an einem Punkt, von dem viele Musikbegeisterte nur träumen können: Benjamin Nyffenegger wird in 2 Jahren sein Cellostudium mit dem Konzertdiplom abschliessen. Das hätte vor rund elf Jahren niemand erwartet, als seine Eltern dem Achtjährigen endlich seinen schon lange geäusserten Wunsch erfüllten und ihm ein Cello mieteten, damit er Stunden nehmen konnte. "Mit 14 Jahren wusste ich, dass ich meine Zukunft der Musik widmen will, denn mit der Schule konnte ich nicht so viel anfangen", sagt Nyffenegger. Während seiner Bezirksschulzeit wurde er, wie schon zu Anbeginn , von der Aargauer Cellistin Magdalena Sterki-Hauri bestens betreut und machte mit 15 Jahren die Aufnahmeprüfung an die Musikhochschule, die er bestand. Dort unterrichtete den Jungstudenten fortan Walter Grimmer. Zu diesem ehemaligen Professor hat der Student noch immer ein ausgezeichnetes Verhältnis. Heute wohnt Benjamin Nyffenegger in Zürich und studiert bei Thomas Grossenbacher. Er sei der einzige Musiker in der Familie, sagt Nyffenegger, und sieht dies als Vorteil. "So konnte ich mich ganz frei entwickeln und hatte trotzdem die Unterstützung meiner Eltern, die musikalisch sehr interessiert sind."

]Nach dem Ausgang noch Üben

Fragt man ihn nach der Einteilung seiner Freizeit, sagt der 19-jährige: "Ich bin verheiratet," und fügt hinzu : "mit meinem Instrument." Das Cello, das tägliche Üben, sein Studium stehen für Nyffenegger klar an erster Stelle. Aber einen eintönigen Alltag bedeutet das nicht." Ich habe einen sehr guten Freundeskreis, bin oft im Ausgang, und wenn ich zurückkomme, übe ich meist noch weiter." Mindestens ein Mal pro Woche probt Nyffenegger zudem zusammen mit seinem Auris-Quartett. Für Benjamin Nyffenegger ist eine disziplinierte Einstellung zur Arbeit selbstverständlich. "Ich mache keine halben Sachen."


Dank Stipendium nach Amerika

Das zeigte sich auch diesen Sommer. David Zinman, Chefdirigent des Zürcher Tonhalleorchesters, hatte den Kulturpreis der Stadt Zürich gewonnen, welchen er als Stipendium von je 10 000.- ausschrieb, einer Teilnahme an einem Sommerstudium an dem von ihm geleiteten Festival in Aspen/Colorado. Benjamin Nyffenegger bewarb sich mit einer Live-CD und seinem Lebenslauf und erhielt die Unterstützung zugesprochen. Als einziger Schweizer reiste Benjamin Nyffenegger Nach Aspen im Bundesstaat Colorado, wo er mit rund 750 Studenten aus der ganzen Welt zusammentraf. Dort wohnte der Schweizer Cellist mit anderen Studenten in einem Bungalow, spielte in zwei Orchestern, bestritt 16 Konzerte und hatte als Einziger die Möglichkeit, als Solist beim klassischen Radiosender National Public Radio aufzutreten. Nyffenegger traf auf Berühmtheiten, Solisten und Dirigenten, von denen einige inzwischen fast zum Freundeskreis gehören. Nebst der Entdeckung unterschiedlichster Lebensstile der Nationen stellte Nyffenegger auch fest, wie viel Respekt einem europäischen Musiker in Amerika entgegengebracht wird. Vom 11.Juni bis zum 19. August probte er, erhielt Unterricht und schloss neue Bekanntschaften: "eine wahnsinnig gute Erfahrung". Für Benjamin Nyffenegger war das Aspen Music Festival der erste Auftritt ausserhalb von Europa. Die Erfahrungen dieses Sommers bringen ihn zum Schwärmen. Auch für seine Zukunft wünscht sich der Musiker eine Anstellung in einem Orchester. Er freut sich auf die Zeit nach dem Studium. Das Konkurrenzdenken an der Musikhochschule macht dem Aargauer zu schaffen. "Ich bin froh, wenn ich mich an Musikern orientieren kann, die besser sind als ich", sagt er bescheiden. "Wie soll ich mich sonst verbessern"?
(Brigitte Suter)

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