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Pressestimmen

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27. Juni 2017
Bachtrack
Ambitioniert oder ambitiös? Die Orchestergesellschaft Zürich mit Benjamin Nyffenegger in der Tonhalle



Rolf Kyburz

...In der Folge spielte der Cellist Benjamin Nyffenegger Tschaikowskys Rokoko-Variatonen, in der geläufigen Version von W. Fitzenhagen. Leider, muss man sagen, denn der Komponist war mit Fitzenhagens teils gravierenden Eingriffen (Umstellungen und Weglassen einer Variation) gar nicht einverstanden. Die Rolle des „Revisors" wird im Programmheft wohl erwähnt, aber der Text stellt sich, verständlicherweise, kritiklos hinter Fitzenhagens Standpunkt und erwähnt keine Reaktion des Komponisten. Man sollte jedoch nicht vorschnell kritisieren: zum einen ist die gespielte Version immer noch gängige Praxis, zum anderen kann die Beschaffung des Notenmaterials für das Orchester in der Entscheidung mitgespielt haben.Tschaikowskys umsichtiger Orchesterdisposition ist es zu verdanken, dass das Solo mit seinem warmen, singenden Klang von der ersten Note weg Präsenz markiert, gar die Szene dominiert, das Orchester zur reinen Begleitung degradiert. Nyffenegger hat mit dem anspruchsvollen Cellopart technisch keinerlei Probleme, er artikuliert leicht, aber dennoch mit intensivem Ton, behält Kontakt mit der Dirigentin. Das Orchester folgt der Agogik, dem Rubato des Solisten meist gut, auch wenn einige starke Beschleunigungen im Solo eine Herausforderung sind. Gelegentlich zeigt der Solist eine gewisse Tendenz zu tiefer Intonation, und die virtuose Coda gerät etwas summarisch.

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