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2. November 2014
Tagesanzeiger
Klassiker der Woche: «Ausserordentlicher Beyfall»

SerieKeine Superstars, kein Skandal. Aber richtig gute Musik: Das Oliver-Schnyder-Trio spielt Schubert

Auch der Klassikbetrieb ist mittlerweile derart schlagzeilenfixiert, dass man es immer mal wieder betonen muss: Es gibt sie noch, die Konzerte, in denen weder ein besonders ausgefallenes Programm geboten noch besonders ausgefallene Outfits getragen werden – und die trotzdem alle Aufmerksamkeit verdienen würden. Bei diesem Auftritt im kleinen Saal der Zürcher Tonhalle etwa wäre man gerne dabei gewesen: Da spielte das Oliver-Schnyder-Trio – mit Schnyder am Klavier, dem Tonhalle-Konzertmeister Andreas Janke und dem Tonhalle-Cellisten Benjamin Nyffenegger – unter anderem Schuberts Klaviertrio in Es-Dur. Ein Hauptwerk für diese Besetzung, keine Entdeckung also. Oder eben doch: Denn so hört man diese Musik selten.

Es sind kleine Dinge, die diese Aufführung des 2. Satzes so berührend machen. Ein kaum spürbares Zögern, ein mit etwas mehr Nachdruck gespielter Ton, ein Klang, der von Glück und Schmerz erzählt. Selbst in den lieblichsten Passagen kippt das nie ins Biedermeierliche; gleichzeitig sind die drei Musiker durchaus nicht darauf aus, in jedem Takt Schuberts Tiefgründigkeit beweisen zu wollen. Wer Ohren hat, kann hören.

Man hört also, und man hört es gern nochmals. Weil da drei eigenständige Interpreten sich aufeinander und auf den Komponisten einlassen; weil die Aufführung weder routiniert noch effekthascherisch klingt, sondern auf unaufgeregte, unaufdringliche Weise präsent. Schlagzeilen lassen sich damit kaum machen. Aber vielleicht gab es immerhin das, was von einer frühen Aufführung dieses Trios von 1828 vermeldet wurde: «ausserordentlichen Beyfall». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Susanne Kübler

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