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Pressestimmen

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27. Februar 2014
Presse Ettlingen
Emotionale Wucht

Ettlinger Schlosskonzerte mit dem Oliver Schnyder Trio

Bereits die leidenschaftlich klagenden Einleitungsakkorde zu Antonin Dvoraks bekanntem Dumky-Trio e- moll op.90 liessen ob des klangstarken, intensiven Spiels des schweizerischen Oliver Schnyder Trios aufhorchen - und im sich anschliessenden, geradezu fetzig-ausgelassen interpretierten Allegro-Teil dieses ersten Satzes mag man denken: das rockt! Und genau das, nämlich melancholische Klage und mitreissende Verve gleichermassen, hatte Dvorak auch sicher im Sinn, als er insgesamt sechs als Dumka bezeichnete Weisen seiner tschechischen Heimat in der Abfolge langsam/schnell zu seinem bekanntesten Klaviertrio kunstvoll verarbeitete. Im Folgesatz gefiel der schön schwebende Klang des Adagio, sowie präzises Spiel im Vivace; behände eilend gelang auch das vorletzte Allegro, ehe Andreas Janke (Violine), Benjamin Nyffenegger (Violoncello) und Oliver Schnyder (Klavier), die ihre Formation 2012 an der Zürcher Tonhalle gründeten, das Finale weit ausgreifend darboten.

Begonnen hatte der Abend indes ruhig: Mit einer Bearbeitung von Yi-Chen Lin von Schuberts bekannter Liedszene " der Hirt auf dem Felsen" D 965 eröffneten die drei Musiker das Konzert, das vom SWR-Studio Karlsruhe mitgeschnitten wurde, mit weich fliessendem Klangbild; nach dem schmerzlich nachempfundenen Mittelteil leitete der heiter und voll Leichtigkeit interpretierte, die schubert-typische Wanderlust darstellende Schlussabschnitt über zu Friedrich Smetenas g-moll-Trio op.15, in dem der Komponist den Tod seiner vierjährigen Tochter Bedriska eindringlich verarbeitete. Bereits im Eröffnungssatz flutete das Oliver Schnyder Trio mit seinem energischen Spiel den ausverkauften Asamsaal mit emotionaler Wucht, die sich sowohl zu ohnmächtiger wie auch verzweifelter Wut am Ende steigert. Ein schöner Gegensatz hierzu war das hell getönte Seitenthema, aber auch der abwechslungsreich gestaltete zweite Satz. Das Presto-Finale schliesslich interpretierten die drei Musiker mit grösstmöglicher und absolut angemessener Vehemenz. Schon hier, zur Pause, schlug dem Trio herzlicher Applaus entgegen. Für den begeisterten Schlussapplaus am Ende bedankten sie sich noch mit einer Klaviertrio-Version von Schuberts Lied "Ständchen" als Zugabe. -hd.

Sendetermin SWR2, Montag, 10.März 2014

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