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1. Juli 2013
Südkurier
Rotary-Konzert mit Alina Pogostkina: Klassisch-romantische Wohltätigkeit

Konstanz - Beim Rotary-Konzert mit Alina Pogostkina in der Lutherkirche wurde das Publikum berauscht.

Doppelte Wohltätigkeit: Die Kammerkünste der Classic Night des Rotary-Clubs Konstanz-Rheintor sowie das damit geförderte Hilfsprogramm für herzkranke Kinder, von Verstümmelung bedrohte Mädchen, vom Alkohol verlockte Jugendliche. Ehe die Klänge im Altarraum der Lutherkirche in romantischer Üppigkeit die raumfüllende Hörerschaft begeisterten, grüßte Präsident Ralf-Udo Gilbert. Er dankte den Spendern, teilte mit, dass statt Ravel Beethoven musiziert werde, und statt des finnischen Cellisten der Schweizer Benjamin Nyffenegger mit den Kammermusikern agieren würde. Die Geigerin Alina Pogostkina (seit über zehn Jahren Konstanz-treu!), die Pianistin Diana Ketler, der Bratschist Razvan Popovici und der Cellist bewiesen in zwei französischen Klavierquartetten die Kunst, aus Noten so impulsive Klangverwandlungen zu gewinnen, dass von lieblichem Kammerklang bis zu orchestraler Mächtigkeit alle Schwingungswünsche erfüllt wurden.

Das war schon so in der Zehn-Minuten-Barkarole von Saint-Saens. Das Cello ließ mit punktierten Wellen die Barke streicheln, das Klavier das Wasser mit Tremolo sich kräuseln, die Viola den Kahn über das Wasser gleiten – und dann kamen melodische Terzen, weite Unisono-Sanglichkeit der Streicher, dynamische Steigerungen. Jetzt musizierte das Quartett: Barkarolen sind Traum- und Liebesmusiken (nicht nur in Offenbachs Oper), Stimmungsszenen, artistische Mischungen von Natur- und Seelenstürmen. Das erlebte man, leidenschaftlich, am Ende mit sanftem Anlegen im Mondschein.

Die a-Moll-Sonate op. 23 von Beethoven wurde zum packenden Klassiker-Kontrast: Die temperamentvolle Geigerin und die so spielsichere wie ausdrucksstarke Pianistin eröffneten die Sonate mit scharfem Klang. Das zweite Thema brachte leisere, aber nicht ruhigere Momente, das Zusammenspiel wurde zum Dialog gleichwertiger Partner, alles klar formuliert, durchhörbar. Der Mittelsatz ergötzte durch Heiterkeit in spielerischem Rhythmus, das Finale überzeugte mit weitem melodischem Bogen.

Nach dieser Klassik wurde mit Gabriel Faurés Klavierquartett op.15 die französische Spätromantik gefeiert. Mit Pathos stieg das füllige erste Thema empor, zu mächtigen melodischen Linien verbanden sich die Streicher, der Flügel gab Akkorde und Harmonien dazu, die von einer Tonart zur anderen sich keine Ruhe gönnten. Die Geige bewies ihren hellen Klang mit feinstem Vibrato, die Bratsche ihre Mittelstimmen-Eleganz, das Cello seine Kunst der schönen Legato-Melancholie im Adagio. Das Finale wurde zum leidenschaftlichen Fortefest mit Reiter-Rhythmen und einer Coda, die das rasante Fortissimo ins Rauschhafte steigerte. Großapplaus, Scherzo-Zugabe.

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